Beim Jugendzentrum drückt der Schuh

Hilfe ja, aber schnelle Lösung ist nicht in Sicht – Freibad-Entscheidung in nächster MGR-Sitzung

Moderierte die Jugend-Fragestunde: Manuela Wagenbauer.

Moderierte die Jugend-Fragestunde: Manuela Wagenbauer.

Geisenhausen. Die Zuständ‘ im Jugendzentrum Geisenhausen sind Mißständ‘  und Kenntnis davon haben nicht nur die jungen Leute, die sich darin aufhalten, sondern auch die Mitglieder des Geisenhausener Marktgemeinderates und der Rathauschef. Schon Josef Reffs Amtsvorgänger war darüber unterrichtet, wie auch die Marktgemeinderäte. Zu Änderungen konnten sich die Räte jedoch mehrheitlich nie durchringen. Die Zukunft des Gebäudes, sein allgemein baulicher Zustand läßt innen wie außen eigentlich nur den Gedanken an Abbruch zu, wurde immer mit der oftmals angedachten, aber dann nahezu ein Jahrzehnt zu den Akten gelegten Marktsanierung mit dem Stichworten „Leitbild“ und „Städtebauförderung“ zu den Akten gelegt. Damit ist jetzt Schluß.

Rund ein Dutzend Anhänger und regelmäßige „Jugendzentrumsgeher“ waren zu Beginn der von MGRn Manuela Wagenbauer initiierten und geleiteten Gesprächsrunde im Nebenzimmer des Gasthauses Oberloher am Freitagabend anwesend. Ihr Sprecher zog alle Register sachlicher Argumentationskunst und verkaufte das Anliegen der Jugendlichen JZ-Fans sehr ausführlich und beeindruckend. Die Stichworte reichten von „pädagogisch sehr wertvoll“ bis „Integration“. Dabei hätte er sich, wie den Worten von Bürgermeister Josef Reff im Anschluß an seine Ausführungen zu entnehmen war, locker die halbe Argumentationsstrecke sparen können. Denn, so Reff, „dieses Problem wird der Marktgermeinderat lösen und schon in den nächsten Wochen wird es zu der jetzt ernsthaft in Angriff genommenen Marktsanierung erste Bürgerbeteiligungen geben.“ Da im Zuge des zu erstellenden Marktentwicklungskonzeptes auch die Umgestaltung des Kirchenvorplatzes ansteht, wird ebenfalls über das alte Feuerwehrhaus und das ehemalige Schulgebäude entschieden. Neue Räume für das Jugendzentrum wird es also geben, das sollte unbestreitbar feststehen. „Allerdings reden wir hier auch von einem Realisierungszeitraum von zwei, drei Jahren,“ gab der Rathauschef zu bedenken. Ob das Jugendzentrum an dem jetzigen zentralen Ort bleiben wird – Bedenken gibt es vor allem wegen möglicher Lärmbelästigungen wenn das neue JZ erst einmal so richtig zum Szenehighlight wird – oder eher etwas dezentral verlagert wird, bleibt der Bürgerbeteiligung und letztendlich einer Entscheidung des Marktgemeinderates vorbehalten.

„Hilf Dir selbst, so hilft auch die Gemeinde“

Da nach den Worten des Rathauschefs mit dieser zwar erfreulichen aber erst in der Zukunft zu realisierenden Perspektive jetzt den Jugendlichen wenig gedient ist, braucht es eine andere provisorische Lösung. In der Zwischenzeit, so dachte Reff laut über eine solche Möglichkeit nach, würde möglicherweise etwas von der Gemeinde gestiftetes Material und Farbe die Jugendlichen dazu animieren, selbst mit Hand anzulegen, um die gröbsten „Schönheitsfehler“ für die Übergangszeit in Ordnung zu bringen. Zumindest aus dem Kreis der anwesenden jungen Leute erhielt der Bürgermeister dafür Zustimmung.

Platten für Tischtennisfreunde

Nachdem Bürgermeister Reff zusagte, sich auch um die Anregung von einer  „jung nach Geisenhausen zugezogenen Familie“ kümmern zu wollen – es ging dabei um öffentlich zugängliche Tischtennisplatten wegen eines unzureichenden Spielangebots des Sportvereins – kam, was kommen mußte: die Frage nach den Wünschen der Jugendlichen zur bevorstehenden Sanierung des Freibades. Wie Reff erläuterte, habe sich der Marktgemeinderat ja schon in seiner jüngsten Sitzung mit der Frage herkömmliche Wasseraufbereitung oder „Naturbad“ beschäftigen wollen. „Wir haben das aber aus zeitlichen Gründen nicht mehr geschafft“, so Reff weiter. In der Sitzung am 10. März werden die Räte jedoch über das Thema beraten.

Naturbad oder Chlor?

Wie den Ausführungen des Bürgermeisters zu entnehmen war, wird diese Frage wohl zu einer Glaubensfrage im Gemeinderat werden. Man habe erst vor wenigen Jahren in die Wasserheizung investiert und stoße mit einem Warmbad schnell an die Grenzen eines Naturbades. „Wassertemperaturen über 23 Grad fördern das Algenwachstum und da hört sich dann der Badespaß auf,“ gab Reff zu bedenken. Eine Heizung des Wassers sei im Naturbad nahezu unmöglich, wolle man das ökologische Gleichgewicht auch in Vorausschau auf wärmere Sonntage nicht aus den Augen verlieren. Der Vorzug eines Naturbades liegt ausschließlich in der weichen Wasserqualität.

Zu geringe Kapazitäten für Geisenhausen

Bei der Entscheidung, welche Art der Wasseraufbereitrung letztendlich den Vorzug erhält, dürfen auch wirtschaftliche Überlegungen nicht ganz außen vor bleiben. Bei einem Naturbad müßte auch eine kürzere Badesaison in Betracht gezogen werden. Durchschnittlich 100 Tage im Jahr wären ohnehin nicht besonders viel. Hinzu komme, daß bei 840 Badegäste die Kapazität eines Naturbades in der möglichen Größenordnung ausgeschöpft sei. Im Geisenhausener Freibad habe es aber schon Besucherspitzen zwischen 1.000 und 1.400 Badegästen gegeben. Reff: „In der letzten, einer witterungsbedingt sehr schlechten Badesaison hatten wir rund 25.000 Badegäste, wir kennen aber auch Jahre mit 50.000.“

Badesaison mit 150.000 Euro in den Roten Zahlen

An der Stelle meldete sich FWG-Fraktionschef Johann Staudinger zu Wort, der die Vorstellungen der Jugendlichen zu der Frage kennen lernen wollte. Aus den allgemeinen Reaktionen dürfte er jedoch nicht schlauer geworden sein. Naturbad oder nicht war für die Jugendlichen kein besonders wichtiges Thema. Da schon wieder eher die Idee einer Wasserrutsche. Allerdings wird Geisenhausen kein „Spaßbad“ bekommen, so Reff, die Diskussion gehe eher in Richtung attraktives Familienbad. Allerdings werde man unabhängig von der Entscheidung zur Wasseraufbereitung und einer zu erwartenden Investition von rund 1,5 Millionen EUR die derzeitigen Eintrittspreise nicht halten können. „Wir können uns das jetzt leisten“ stellte Reff mit Genugtuung in der Stimme fest, „aber ein jährliches Defizit von 150.000 € ist für die Zukunft nicht mehr hinnehmbar.“

Nachdem die Jugendlichen darüber informiert wurden, daß der Bolzplatz an der Salksdorfer Straße der Öffentlichkeit erhalten bleibt und sich die Verwaltung darüber Gedanken machen wird, im nächsten Winter eventuell dem Beispiel Adlkofens folgend, für Schlittschuhläufer und Eisstockschützen ein Regenrückhaltebecken aufzustauen, waren die Themen der ersten Geisenhausener „Jetzt red i“-Fragestunde für Jugendliche beendet. Wie Moderatorin MGRn Manuela Wagenbauer anregte, soll es eine Wiederholung in etwa einem halben Jahr geben. Der Rathauschef jedenfalls signalisierte seine Zustimmung.

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