Die jungen Unternehmer wollen es wissen

BDS-Orsgruppe gegründet – Entwicklung im Markt wohl eine Aufgabe für Organisations-Ausdauer-Künstler

Konzeptvorstellung Reff

Bürgermeister Josef Reff sichert der Gründungscrew Unterstützung aus dem Rathaus zu.

Geisenhausen. Unternehmer sein, heißt etwas zu unternehmen, also zu tun und das dann auch noch selbst und ständig, warum’s wohl auch heißt, selbständig zu sein. An diesen vereinfacht dargelegten unternehmerischen Grundsätzen hat sich im Selbstverständnis vieler Selbständiger seit eh und jeh nicht’s wesentlich geändert. Noch so eine alte Weisheit für Gewerbetreibende ist der bei Werbefachleute sehr beliebte Spruch „wer nicht wirbt, stirbt“. Wer sich jedoch online nach Strategien für mehr Marktakzeptanz und Umsatz für sein Unternehmen oder seine Dienstleistung umsieht, wird über kurz oder lang an der Feststellung nicht vorbei kommen, daß das 21. Jahrhundert andere Zauberformeln für unternehmerischen Erfolg bereit hält, als die von uns zitierten Floskeln.

Vom „Network-Marketing“ inspiriert und dann auch noch gleich den halben Namen mit beansprucht, ist „Netzwerken“ eine dieser erfolgreichen neuen Strategien. Kontakte nicht nur pflegen, sondern sie auch zum gegenseitigen geschäftlichen Nutzen auf- und auszubauen ist das wesentliche Merkmal dieser Idee. Richtig netzwerken will aber auch

Vorstandschaft best 1300x760

Die Vorstandschaft der neuen BDS-Ortsgruppe Geisenhausen (v.l.n.r.): Beisitzer Martin Wagenbauer, Bürgermeister Josef Reff als Gründungs-Mentor, 2. Vorsitzender Gerhard Gad; Schriftführer Matthias Obermeier, 1. Vorsitzender Marco Mittermayer, Kassier Andreas Niedermeier, BDS-Geschäftsführer Reinhold Walter und BDS-Brzirksvorsitzender Marco Altinger.

geübt sein, ehe es zur Meisterschaft und dem angestrebten Erfolg gereicht. Wahre Meister im „Netzwerken“ finden sich in Bayerns ältestem und mit rund 18.000 Mitgliedern größtem Netzwerk für Selbständige – dem „Bund der Selbständigen“ – kurz BDS genannt. Zwei dieser absoluten Network-Könner (um das jetzt endlich auch einmal neudeutsch formuliert zu haben), der BDS-Geschäftsführer in Niederbayern Reinhold Walter aus Anger-Vachenlueg und der niederbayerische BDS-Bezirksvorsitzende und Landshuter Unternehmer Marco Altinger, waren Ende letzter Woche nach Geisenhausen gekommen, um das BDS-Unternehmer-Netzwerk auch im Markt vorzustellen und publik zu machen.

Die vom BDS verfolgte Strategie, so Walter in seinen Ausführungen zum Selbstverständnis der Organisation, habe jedoch nicht nur die Stärkung von Marktpositionen und Umsatzerhöhungen zum Ziel. Gerade die lokale Vernetzung vor Ort mache den BDS Bayern so stark und einzigartig. In über 300 Kommunen aktiv, vertreten die ehrenamtlich engagierten Mitglieder die Interessen von kleinen und mittleren Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung. Das bedeutet aber auch, den Interessen wird zudem in München

Andreas Weinzierl, demnächst mit Image-Seminar beim BDS

Andreas Weinzierl, demnächst mit Image-Seminar beim BDS

und Berlin Gehör verschafft. Was den BDS unter den Unternehmerorganisationen jedoch so einmalig mache, sei das breite gemeinsame geistige Fundament seiner Mitglieder die als Selbständige Verantwortung für ihre Betriebe, ihre Mitarbeiter und die Gesellschaft übernähmen. Walter: „Das unterscheidet uns von anderen, kommerziellen Netzwerken.“

Eine Mitgliedschaft für rund 15 EUR monatlich im BDS biete jedoch auch ganz handfeste finanzielle Vorteile, so der Geschäftsführer. Durch Kooperationen des BDS sei es möglich, Vorteile beim Kauf zahlreicher Produkte und Dienstleistungen – zum Beispiel Energie, Kommunikation und Mobilität – zu erhalten. „Das Angebot wird abgerundet durch vielfältige Service- und Beratungsleistungen“, so Walter weiter, „beispielsweise eine allgemeine, kostenfreie Rechtsberatung für Mitglieder.“ Hinzu kämen Angebote für spezielle Workshops und Seminare, wie das in Kürze anstehende Business-Seminar des international renommierten Image-Trainers und Master of Business Training MBT Andreas Weinzierl (siehe gesonderter Bericht).

Im „Bund der Selbständigen“ können Unternehmer Erfahrungen austauschen, sich informieren, doch genauso gut auch „praktische Hilfestellungen holen und gemeinsame Projekte anbahnen und durchführen“, so Marco Altinger. Der Landshuter ist seit Oktober letzten Jahres Bezirksvorsitzender des Bundes der Selbständigen in Niederbayern und gab die Initialzündung für die an diesem Abend anstehende Gründung eines Geisenhausener Ortsverbandes. Er berichtete über die BDS-Aktivitäten in seinem, ebenfalls von ihm geleiteten, Landshuter Ortsverband.

In Landshut nicht neu, aber von ihm und der BDS-Ortsvorstandschaft wirkungsvoll mit Unterstützung von Landrat Peter Dreier und OB Hans Rampf als Schirmherren zurück in das Wirtschaftsleben der Niederbayernmetropole geholt, konnte Altinger auch mit etwas Stolz in der Stimme von den herausragenden Workshops der AzubiAkademie und dem ebenso einfachen wie genialem Konzept ihrer Realisierung berichten. Am Beispiel dieses zusätzlichen Ausbildungsangebotes werde das Handlungsprinzip des BDS deutlich. Mit „miteinander füreinander“ lasse es sich am besten umschreiben, bei dem die teilnehmenden Mitgliedsbetriebe ihre Auszubildenden in je einem Inhouse-Workshop oder Seminar über Themen informieren, die durchaus als wichtige Bausteine für das zukünftige (Berufs-)Leben bezeichnet werden dürfen, als Inhalte jedoch weder an den Berufsschulen noch in den Ausbildungsfirmen so komprimiert und zielführend angeboten werden bzw. in vielen Fällen auch so gar nicht angeboten werden können (unser Bericht „Ausbildung mit Zertifikat in der AzubiAkademie“ gibt dazu einen kleinen Einblick).

Bürgermeister Josef Reff, gab einen kurzen Überblick zur Situation des Geisenhausener Gewerbes, das mit rund 670 Unternehmen (inklusive Photovoltaik) gut aufgestellt und in Händen fähiger Unternehmer sei. Er freue sich über die neue Unternehmerorganisation, so Reff, da sie neuen Schwung und gesunden Wettbewerb für den Markt verspreche. Er sicherte den BDS-Mitgliedern, „wo immer es möglich sein wird“, seine persönliche sowie die Unterstützung der Gemeinde zu.

Bund der Selbständigen – BDS: In vielen Orten Bayerns eine unternehmerische Hausmacht mit excellent vernetzten Unternehmen und Partnern aus der freiberuflichen Ecke; Bayerns ältester Unternehmerverband mit insgesamt 18.000 Mitgliedern und seit Donnerstagabend auch fünf davon in Geisenhausen. Damit hätte man alles sagen können, was die Geisenhausener Gründungsversammlung betraf. Noch die Namen der gewählten Vorstandsmitglieder aufgezählt (siehe Bild oben) und schon könnte man zur Tagesordnung übergehen. Oder etwa nicht? Nein – denn der frischgebackene Beisitzer Martin Wagenbauer schüttete gleich einmal ein kleines Füllhorn möglicher Initiativen und Ideen für den weiteren Ausbau des Vereins aus.

Als Feuerwehrkommandant im Markt und weit über seine Grenzen hinaus ohnehin bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“, hat sich Wagenbauer ja als Herausgeber des Geisenhausener Bauherrenführers unter einem Teil der Gewerbetreibenden schon einen Namen als Initiator neuer Marketingideen gemacht. Eine ähnliche Aktion schwebe ihm unter BDS-Fahne in Verbindung mit dem Baugebiet „Feldkirchen“ vor. So sollte es effektiv möglich sein, viele Unternehmen und Selbständige aus der Bauhaupt- und den Nebenbranchen auf die im Markt neue Unternehmerorganisation aufmerksam zu machen.

Die Idee – von den Anwesenden wohlwollend zur Kenntnis genommen – wurde vom Rathauschef gleich weiter entwickelt, da die Gemeinde ohnehin eine Art „Bauherrenabend“ für die Interessenten am Baugebiet „Feldkirchen“ plane. Es sollte möglich sein, so Reff, „daß bei der Gelegenheit zwei, drei Kurzreferate zu wichtigen Themen gehalten werden und Firmen am Rande des Veranstaltungsraumes an kleinen Infoständen sich und ihre Angebote vorstellen.“ Diese kleine „Bau-Fachschau“ beträfe dann zwar nur alles rund um die Baubranche, aber es sollten sich an einem solchen Abend ausreichend Besucher einfinden, um den Abend nicht nur für eine BDS-Werbung, sondern auch für mögliche Geschäftsanbahnungen nutzen zu können.

Ja, Publicity würde es bei solcher Gelegenheit sicher reichlich geben. Und die wird sie brauchen, die neue BDS-Ortsgruppe von Geisenhausen, das ist an dem Abend ebenfalls sehr deutlich geworden. Allerdings hatte man das – wie hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde – für den Markt auch nicht anders erwartet und so waren gerade einmal fünf Unternehmer im Nebenzimmer der Brauhaus-Stub’n zur Gründung zusammen gekommen. Überraschend dabei, stellte das „Mittelalter“ davon den geringsten Teil. Drei der fünf haben gerade knapp die 20 überschritten, sind jedoch bereits erfolgreiche Firmeninhaber und für ihre neue Orgnisation „Feuer und Flamme“. Bleibt nur zu wünschen, daß sie sich auch als Ausdauer-Künstler beweisen. Den „Break-Even“ für ein beständiges Wachstum sieht Geschäftsführer Walter nämlich erst bei mindestens 20 Mitgliedern. Und bis dahin ist es wohl noch ein Stück des Weges…

Hinweis:
Bis sich die BDS-Ortsgruppe richtig organisiert hat, nimmt der Bezirksvorsitzende Marco Altinger Anfragen und Anregungen unter der Telefonnummer 0871 – 4307474 oder unter eMail  altinger@bds.la entgegen.

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