Fünf Deutsche Meistertitel gehen nach Geisenhausen

Bad Neustadt a d. Saale/Geisenhausen. Die maximale Ausbeute auf den Deutschen Meisterschaften im Kickboxen erzielten Antonia Landeck mit Gold; Marie Oßner, zweimal Gold, und Katharina Flieser mit DoppelGold. Ilayda Kiskanc holte Bronze.

antonia landeck gewinnt die deutsche kickbox-meisterschaft 2017

Deutsche Meisterin: Riesige Freude bei Antonia Landeck nach Verkündung des Kampfrichterurteils

Mit strahlenden Gesichtern kehrte die Kämpfertruppe des KSV Geisenhausen rund um Vereinschef Rudi Brunnbauer am letzten Sonntagabend von den Deutschen Meisterschaften im Kickboxen zurück. In Bad Neustadt a. d. Saale kämpften Antonia Landeck in der Jugendklasse bis 12 Jahre und 28 kg; Ilayda Kiskanc, Jugend bis 15 Jahre, bis 60 kg; Marie Oßner bei den Juniorinnen bis 18 Jahre, bis 55 kg und in der Damenklasse bis 55 kg, für den KSV Geisenhausen im Pointfighting um den Titel. Unsere regelmäßigen Leser wissen: im Pointfighting geht es darum, innerhalb einer vorgegebenen Kampfzeit mehr Trefferpunkte als der Gegner zu landen. Nach jedem Treffer wird der Kampf vom Hauptkampfrichter unterbrochen und die Punkte vergeben.

augenblick des triumphs für marie ossner im kickboxen 2017

Augenblick des Triumphs: Marie Oßner Deutsche Meisterin 2017 der Damen bis 55 kg

Wie beim olympischen Fechten zählt stets der erste Kontakt, so daß Schnelligkeit und Taktik hier die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind. Die vierte KSV-Sportlerin, Katharina Flieser, wollte neben dem Titel im Pointfighting der Damen bis 60 kg darüber hinaus auch im Leichtkontakt der Damen bis 60 kg um die Meisterschaft kämpfen. Leichtkontakt bedeutet, daß ununterbrochen – das heißt ohne Punktstopp – gekämpft wird. Allerdings ist zu harter Kontakt verboten; technische Raffinesse soll hier im Vordergrund stehen.

der dm-titel 2017 im leichtkontakt für katharina flieser

Katharina Flieser (links) nach dem Leichtkontakt Finale

Die Stimmung im Team war angespannt, als es am Samstagmorgen endlich losging, berichtet Coach und Vereinschef Rudi Brunnbauer. Alle Kategorien der Jugend und Junioren sollten im Lauf des Tages ausgetragen werden. Nach der intensiven Vorbereitung im Training waren die Erwartungen groß. Jetzt war der Moment, die eigene Leistung abzurufen. Beim Aufwärmen fand jeder in den gewohnten Bewegungsabläufen seine Routine. Trainer und Betreuer gaben letzte individuelle Tipps, welche Taktik gegen welche Gegner zum Erfolg führen würde.

Coach Rudi Brunnbauer, Ilayda Kiskanc, Antonia Landeck, Marie Oßner Katharina Flieser und Trainer Alexander Gleixner.

„Und dann lief alles wie am Schnürchen“, so Brunnbauer: Antonia Landeck fand schnell den Fokus und dank ihres überragenden Timings vor allem in den Kontertechniken ließ sie Gegnerin für Gegnerin hinter sich. Mit dem hart erkämpften Deutschen Meistertitel konnte sie sich am Ende für ihren vorbildlichen Trainingsfleiß belohnen. Ilayda Kiskanc startete ebenfalls vielversprechend und erst im Halbfinale wurde sie von der späteren Turniersiegerin in einem hochklassigen Kampf gestoppt. Sie darf sich über Bronze freuen. Marie Oßner zeigte ebenfalls eine Spitzenleistung. Sie ließ selbst im Finale keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen, als sie in der zweiten Runde den Kampf vorzeitig mit einem Vorsprung von 10 Punkten beenden konnte.

marie ossner zeigt die faeuste bei der dm 2017 in neustaddt-saale

Marie Oßner (links) mit einem Faustangriff

Voller positiver Emotionen erwarteten nun alle den zweiten Turniertag, an dem die Erwachsenen auf Titeljagd gingen. Marie knüpfte an ihre Leistung vom Vortag an und mischte die Damenklasse ordentlich auf. Daß sie sich am Ende tatsächlich in einem an Spannung kaum zu überbietenden Finale die zweite Goldmedaille sicher konnte, ist ein Riesenerfolg für die erst 17jährige aus Günzkofen.

Vereinskollegin Katharina Flieser tat es ihrer Trainingspartnerin gleich: Sie zeigte sich in Topform – keine ihrer Kontrahentinnen fand ein Mittel gegen ihre variablen Techniken. Katharina beendete alle Kämpfe im Pointfighting vorzeitig je durch technische Überlegenheit nach 10 Punkten Vorsprung. Im Leichtkontakt zeichnete sich in den Vorrunden zunächst ein ähnliches Bild ab. Im Finale jedoch entwickelte sich ein wahrer Nervenkrimi. Die Führung wechselte stets zwischen der Geisenhauserin und ihrer Gegnerin, einer Hamburger Kämpferin aus dem deutschen Nationalkader hin und her. Als Katharina wenige Sekunden vor Schluß die entscheidenden Treffer hinten war, ließ sie sich noch einmal von den Zurufen der Zuschauer anfeuern und konnte spektakulär in letzter Sekunde den Siegtreffer landen.

Mit dieser überragenden Bilanz von fünf Gold- und einer Bronzemedaille bei sechs Starts platzierte sich der KSV Geisenhausen auf Platz 8 der Mannschaftswertung von über 100 Teams. Hoch zufrieden schickt Rudi Brunnbauer seine Schützlinge jetzt in eine verdiente Trainingspause, bevor im Herbst die nächste Turnierserie anläuft.

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