Gemeindebonus für energiebewußte Bauweise

Anreize von Fachfrau als „ausreichend“ eingestuft

Geisenhausen. „Schaffung von Anreizen für die energiebewußte Bauweise mit niedrigen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß durch Ausschüttung eines Bonus. Der Bonus soll darüber hinaus die finanzielle Belastung durch die Bau- und Heizkosten reduzieren und diese für den Nutzer langfristig kalkulierbarer machen.“ Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Gemeinderat beschlossen, ein mit 100.000 EUR ausgestattetes Förderprogramm aufzulegen.

Die Details stellte Architektin und Energieberaterin Heinke Geschlößl in der letzten Sitzung vor. Hört sich erst einmal gut an, aber wie so oft – der Teufel steckt in jenen. Je nach Höhe der Energieeinsparung, das wurde in der Fragerunde nach dem Vortrag der Experin in der Sitzung des Marktgemeinderates deutlich, fallen auch höhere bis extrem höhere Baukosten an.  Von bis zu 22.000 EUR war da die Rede und das muß – je nach Größe des Objekts – nicht das Ende der Fahnenstange sein. Allerdings handelt es sich hierbei dann um ein „Energieeffizienzhaus Plus“, also eines jener Kraftwerke mit Einliegerwohnung, die mehr Energie erzeugen, als dessen Bewohner selbst verbrauchen. Um dieses Ziel zu erreichen,müssen sämtliche Register gezogen werden: Solar, Photovoltaik, Lüftungsanlage, hochdämmende Fenster, geregelte Heizungsanlage und, und, und. Selbstverständlich natürlich auch eine entsprechend massive Aussenisolierung.

Es ist eine ganze Reihe Spezialwissen erforderlich, um den Energiebedarf eines Hauses so in den Griff zu bekommen, daß das Endergebnis mit den Förderrichtlinien von Staat und Kommune übereinstimmt. Ein energieeffizienter Neubau erfordert daher eine fundierte Fachplanung und qualifizierte Begleitung bei der Errichtung. Im Rahmen der Planung,
Antragstellung und Durchführung eines geförderten Vorhabens ist zur Unterstützung des Bauherrn ein Sachverständiger erforderlich. Auch für die Antragstellung ist ein sachverständiger Energieberater einzubinden.

Wer dazu als Bauherr „Ja“ sagt, kann vom Markt – wenn er vor Baubeginn einen entsprechenden Antrg bei der Gemeindeverwaltung stellt –  einmalig 5.000 EUR Zuschuß erhalten. Dafür darf er dann den ganzen mit der Zuschußgewährung erforderlichen Papierkram zehn Jare lang aufbewahren und für eine jederzeit vorbehaltene Prüfung durch die Gemeinde bereithalten. Da kann man richtig aufatmen, wenn ma erfrährt, daß man diese ganzen Unterlagen nicht auch noch selbst erstellen muß. Diese Arbeit nehmen einem die mit Installation und Einbaumaßnahmen beauftragten Fachfirmen beziehungsweise externe Energieberater ab. Das Geld gibt es, sobald die Nachweise über die geforderten Meßwerte und Prüfprotokolle nach Fertigstellung des Hauses dem Markt vorgelegt werden.

Nun wird es diesen Zuschuß in der Höhe nicht für alle möglichen Energieeffizienzhäiser geben, die Beträge sind gestaffelt: Ein Effizienzhaus 55 – Energieeinsparung 45 Prozent erhält einen Zuschuß von 1.000 EUR; ein Effizienzhaus 40 – Energieeinsparung 60 Prozent sowie ein Passivhaus erhalten den Betrag von 3.000 EUR. Effizienzhäuser „Null“ und Effizienzhäuser „Plus“ werden mit den schon vorgestellt 5.000 EUR gefördert. Der Förderbetrag ist immer nur einmal pro Parzelle möglich, kann aber zusätzlich zu den staatlichen Förderprogrammen in Anspruch genommen werden.

Auf Nachfrage von 2. Bürgermeister Siegfried Kaschel, ob denn die vorgesehenen finanziellen Mittel in dieser Höhe geeignet sind, um überhaupt einen Anreiz darzustellen, sich als Bauherr mit den Optionen eines Effizienzhauses zu beschäftigen, beschied die Expertin mit einem klaren „Ja“. Schließlich würde die Standardanforderungen ständig verschärft und die Energiekosten beständig steigen, so Gschlößl.

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Aktuell abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.