Kunstfieber

Bild von Bernadette Maier

Bild von Bernadette Maier

Geisenhausen. Auf Initiative von 2. Bürgermeister Siedfried Kaschel (SPD) beschäftigt sich der Marktgemeinderat in seiner nächsten Sitzung mit der Anregung, ein „Werk“ der Vilshofener Malerin Bernadette Maier zu erwerben.

Privat mag sich jeder in seiner Wohnung oder Garage mit dem umgeben, was er persönlich als „Kunst“ betrachtet, das ist jedem unbenommen und soll auch so bleiben. Bei der Ausgabe öffentlicher Gelder allerings darf man auf einen verantwortungsvollen Umgang mit denselben pochen. Ein der Allgemeinheit verpflichteter Mandatsträger darf und sollte seine Kunst-Auswahl durchaus auf das beschränken, was zumindest den Eindruck erweckt, wenn schon nicht wertsteigerd, so doch in etwa ein Wert erhaltendes Werk zu sein. Ob dem dann so sein wird, entscheidet ohnehin der jeweilige Zeitgeist, die Chance sollte jedoch vorhanden sein. Erwartet werden darf das im Fall der Bilder von Bernadette Maier wohl eher nicht. An dieser Einschätzung ändert auch der ihr im Jahr 2008 verliehene 3. Preis des Kunstpreises Europäisches Frauenforum nichts. Es kann jedoch auch Kunst sein, einmal nicht zu kaufen und sich darin zu üben, auch in diesem Punkt verantwortungsvoll mit dem Geld der Bürger umzugehen.

Für meine Begriffe ist eine Welt krank, die Malerei, wie in diesem Jahr in Hörlkam ausgestellt, allen Ernstes als „Kunst“ bezeichnet und dafür auch noch Geld ausgibt. Wenn in Geisenhausens Rathaus wirklich Bedarf an solchen Bildern bestehen sollte, empfiehlt sich doch eher ein Besuch in den örtlichen Kindergärten. Ansonsten wären die für eine Auswahl der zu beschaffenden Kunstwerke verantwortlichen Personen auch gut beraten, sich vor einer Debatte zum Ankauf erst einmal gründlich bei den örtlichen Künstlern umzusehen, ehe sie auf Malerei im Stil der persönlichen Vorschulepoche der Vilshofenerin zurückgreifen. Geisenhausens eigene Kunstszene hätte da nämlich durchaus Einiges zu bieten.

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