Meistertitel-Abo in Rödental eingelöst

Auch die jüngsten Aktiven kommen groß raus – „Austrian Classic Worldcup“ am Wochenende in Innsbruck

Rödental/Geisenhausen. Stellen Sie sich vor, eine verhältnismäßig „kleine“ Gruppe Menschen aus Ihrem Ort macht zum Wochenende hin einen Ausflug von ein paar hundert Kilometern und kommt am Abend als Bayerische Meister wieder in heimatlichen Gefilde zurück? Preisfrage – wo wohnen Sie dann?

Ganz klar im niederbayerischen Geisenhausen. Wenn Sie auch noch hören, daß sich 19 Sportler mit ihren Betreuern und Fahrern auf den Weg gemacht haben und mit acht Bayerischen Meistertiteln, sechs Vizemeistern und einem Drittplatzierten wieder nach Hause gekommen sind, ahnen Sie ganz sicher schon, von wem hier die Rede ist. Genau, es geht – wie könnte es anders sein – um die Kickboxer vom Geisenhausener Kampfsportverein. Die waren am Samstag im fränkischen Rödental nahe Coburg, um unter

Weltmeisterin Lisa-Maria Schandl mit Sidekick

Die Weltmeisterin 2014, Titelverteidigerin und frischgekürte zweifache Bayerische Meisterin Lisa-Maria Schandl (rechts) mit Sidekick.

weit über 300 weiteren Teilnehmern die Bayerischen Meister zu ermitteln. Wer dort erfolgreich war, hat auch das Ticket für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft gelöst, die in diesem Jahr in Berlin stattfinden wird.

Die „kleine Gruppe“ ist natürlich unter sportlichen Gesichtspunkten und für den Verein selbst durchaus auch zahlenmäßig als „große Truppe“ zu betrachten. Wo gibt es das schon ein zweites Mal, daß ein Coach mit einem so kompletten Team in einen Kickbox-Wettbewerb gehen kann und sich berechtigte Hoffnungen machen darf, den Medaillenspiegel über alle Disziplinen hinweg verteidigen zu können? Die Athleten von Rudi Brunnbauer haben genau das möglich gemacht. Und  – sie haben es auch getan!

Pointfighting Protect Newcomer

1. Platz Antonia Landeck
1. Platz Alexandra Gutsche

Pointfighting Newcomer

1. Platz Antonia Landeck
1. Platz Sophie Moser
2. Platz Ilayda Kiskanc
2. Platz Daniel Kretzschmar
2. Platz Matthias Deutinger
3. Platz Julia Dennenlöhr
3. Platz Alexander Korejwo
Bayerische Meisterschaft

Pointifghting

1. Platz Matthias Deutinger
1. Platz Celina Brecht
1. Platz Marie Oßner
1. + 2. Platz Johanna Brunnbauer
2 x 1. Platz Lisa-Maria Schandl
1. + 2. Platz Katharina Flieser
2. Platz Antonia Landeck

2 x 2. Platz Franziska Moser

Leichtkontakt

1. Platz Katharina Flieser
3. Platz Michael Anders (Veteranen)

Vollkontakt

2. Platz Christian Harjung
Christian Harjung im Vollkontakt mit Faustangriff

Christian Harjung im Vollkontakt (rechts) mit Faustangriff

Es wird zunehmend schwieriger für Außen-stehende, in einem so ausgewogenen Kader noch besonders herausragende Leistung auszu-machen.  Die von der Günzkofenerin Lisa-Maria Schandl, die ihr Meistertitel-Abo erfolgreich eingelöst und nicht nur den Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigte, sondern auch noch einen zweiten dazu gewann, oder die Meister- und Vizemeistertitel von Johanna Brunnbauer und Katharina Flieser gehören da auf alle Fälle mit dazu. Desweiteren wurde Katharina Flieser als beste Pointfighting-Technikerin ausgezeichnet.

Einen Namen werden Kickboxfans in dieser Aufzählung schmerzlich vermißt haben, den von amtierender Weltmeisterin Pauline Schlau. Die laboriert noch an den Folgen ihres Kreuzbandrisses aus dem letzten Jahr und ist erst seit einer Woche wieder im Training. Die Weltmeisterin wird vermutlich auch in Berlin noch nicht in das Wettkampfgeschehen eingreifen können. Coach Brunnbauer: „Mit einer solchen Verletzung ist nicht zu spaßen und wir wollen nichts übertreiben.“ Sollte es nämlich in der Rekonvaleszenz zu einer erneuten Verletzung kommen, würde die anschließende Zwangspause noch länger ausfallen.

Antonia Landeck mit einem Sidekick

Antonia Landeck (links) mit einem Sidekick

Besonders erfreulich war unter anderem das Abschneiden der „Perspektiv Teams“ , die in der Medaillenwertung im Pointfighting Protect und im Pointfighting Newcomerbereich ebenfalls mit vier ersten, drei zweiten und zwei dritten Plätzen den Medaillenspiegel auch hier bayernweit gewinnen konnten. Wie der Name schon sagt, geht es in diesen beiden Disziplinen auch um die jüngsten Aktiven der Kickbox-Gilde und die KSV-Verantwortlichen haben wahrlich auch hier eine äußerst passable Perspektive für künftige Meisterschaften.

So schön Meister-, Vizemeister-Titel und die Bronzeplätze sind, was sie wirklich für einen Wert haben, wird sich am kommenden Wochenende zeigen. In der Olympiahalle von Innsbruck stehen die Entscheidungen des „Austrian Classics Worldcups“ an. Bei diesem internationalen Turnier – ohne jetzt das Niveau von Rödental schmälern zu wollen – tritt den Geisenhausenern dennoch eine andere Garde gegenüber. Die KSVler  allerdings kennen zumindest teilweise das Turnier aus der Vergangenheiten und waren dort schon mehrfach erfolgreich. Dem Kaiseradler hingegen, so war aus Innsbruck zu hören, soll wie er von der Anmeldung aus Geisenhausen hörte, schon der Angstschweiß im Gefieder gestanden haben. Die KSV-Athleten sind jedenfalls durch Rödental mental gestärkt und bestens vorbereitet auf das kommende Wochenende.

Marie Oßner mit Stopkick

Die amtierende Deutsche Meisterin Marie Oßner (links) mit Stopkick

Nachwuchs-Kickboxer Matthias Deutinger mit Sidekick

Matthias Deutinger (links) mit Sidekick

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