Wehe wenn sie losgelassen: Chaos vor dem Discozelt

Rosenmontag im Markt: Polizei hatte alle Hände voll zu tun

Geisenhausen. Das polizeiliche Fazit des Faschingtreibens im Markt Geisenhausen läßt zu wünschen übrig: Mehrere Körperverletzungen und Streithähne. Ein Festwagen kippt um, dabei wird eine Person verletzt und ein überfülltes Festzelt löst für drei Stunden eine größere Polizeiaktion aus. „Faschings“narren – wehe, wenn sie losgelassen…

Nicht richtig zufriedenstellend verlief aus Sicht der Polizei am gestrigen Montag das diesjährige Faschingstreiben im Zentrum des Marktes. Los ging es um 14.35 Uhr, als es beim Umzug zu einem Unfall kam. Einer der Umzugswägen in Form eines U-Bootes, das mittels Gelenkrollen bewegt wurde, stieß beim Wenden gegen den dortigen Bordstein und kippte dadurch um. Von den acht „Insassen“ wurde eine 61jährige Frau im Schulterbereich schwerer verletzt und mußte mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus verbracht werden.

Noch während des laufenden Umzugs, bereits um 14.55 Uhr, gerieten sich drei alkoholisierte, junge Männer am Marktplatz in die Haare. Auch nach dem Eintreffen von zu Hilfe gerufenen Polizeikräften beruhigte sich die Lage nicht. Allen drei Streithähnen wurde deshalb ein polizeilicher Platzverweis für das gesamte Veranstaltungsgelände erteilt. Da sich zwei der Beteiligten nicht daran hielten, mußten sie bis zum Veranstaltungsende bei der Polizeiinspektion Vilsbiburg ihre Zeit in den dortigen Arrestzellen verbringen. Einen der Beteiligten erwartet zudem ein Strafverfahren wegen Körperverletzung.

Um 17.44 Uhr wurde im Keller des Rathauses eine volltrunkene 18jährige angetroffen. Wie sie dort hinkam ist bislang noch nicht geklärt. Unüberseh- und riechbar hatte sie sich dort offensichtlich mehrmals übergeben. Der verständigte Vater holte sie kurze Zeit später bei der im Rathaus eingerichteten Polizeiwache ab. Für die Beseitigung der Verunreinigungen wird sie vermutlich eine Rechnung von der Gemeinde erhalten.

Um 17.46 Uhr wurde die Polizei vom Ordnungsdienst erneut zu einem aggressiven Besucher gerufen. Aufgrund seiner Alkoholisierung konnte die Lage nur durch einen Platzverweis für das Veranstaltungsgelände beruhigt werden. Unmißverständlich mußten ihm die Beamten klarmachen, daß er bei erneutem Antreffen durch die Polizei in Gewahrsam genommen wird.

Um 17.50 Uhr schlug ein 19jähriger Festbesucher im Laufe eines Streits auf einen 25jährigen Mann mit einer Flasche ein. Als ein Bekannter dem Bedrängten zu Hilfe eilen wollte, bekam er gleich einmal einen Faustschlag ins Gesicht. Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung wurden von der Polizeiinspektion Vilsbiburg aufgenommen.

Daß Beziehungen manchmal auch harten Bewährungsproben ausgesetzt sind, bewies eine 19jährige Festbesucherin. Um 18.30 Uhr mußte sie vom Festplatz verwiesen werden, da sie stark alkoholisiert sehr aggressiv gegenüber ihrem Freund wurde.

Als nur sehr bedingt konfliktfähig zeigte sich ein 17jähriger. Um 20.34 Uhr schlug er seinem 16jährigen Kontrahenten während eines Streits aus nichtigem Anlaß mit der Faust ins Gesicht. Ein dabeistehender Freund des Geschädigten schlug nun seinerseits – quasi in freundschaftlicher Solidarität – dem Angreifer mit der Faust ins Gesicht. Gegen beide Männer wird nun Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt. Die Beteiligten wurden von den Polizeibeamten vom Veranstaltungsgelände verwiesen.

Um 21.23 Uhr wurde die Polizei erneut auf einen Streit aufmerksam. Auch hier konnte die Lage nur durch einen Platzverweis beruhigt werden. Diesen befolgte der 30jährige Mann jedoch nur sehr widerwillig nach energischer Androhung einer Ausnüchterung im Polizeigewahrsam.

Zur gleichen Zeit bewies ein 50jähriger Mann, daß Alkohol die Sinne ganz erheblich beeinträchtigt. Ebenfalls um 21.23 Uhr befuhr er mit seinem Pkw die gesperrte Hauptstraße. Die dort stehenden Polizeibeamten der unterstützenden Bereitschaftspolizei wollten dies nicht ungesehen lassen und kontrollierten ihn deshalb. Dabei stellten sie bei dem Lenker ganz erheblichen Atemalkoholgeruch fest. Groß war dann das Erstaunen der Beamten beim Alkotest: Mehr als staatliche zwei Promille zeigte das Gerät an. Im Krankenhaus Vilsbiburg wurde in Folge eine Blutentnahme durchgeführt und der Führerschein des Mannes noch an Ort und Stelle von der Polizei einbehalten. Unter den gegebenen Voraussetzungen wird dies für den Oberpfälzer nicht nur eine sehr teure Fahrt, sondern der Mann muß sich auch noch darauf einstellen, sehr lange Zeit zu Fuß gehen zu müssen.

Um 23 Uhr kam es zu einer weiteren Auseinandersetzung vor einer Gaststätte. Ein 26jähriger Mann ging zunächst auf seine ihn begleitende Freundin los. Als der Sicherheitsdienst ihr zu Hilfe eilen wollte, wurde auch dieser noch mit mehreren Faustschlägen ins Gesicht bedacht. Er erhielt Hausverbot und einen Platzverweis für das Festgelände. Ermittlungen wegen der Körperverletzungen werden geführt. Seine Freundin quittierte das Verhalten auf ihre Weise: Noch an Ort und Stelle gab sie ihren Verlobungsring zurück.

Besondere Sorgen bereitete der Polizei die Situation am Eingang des Diso-Zeltes. Für drei Stunden, in der Zeit von etwa 18 Uhr bis 21Uhr war dieses permanent überfüllt und der Zugang mußte immer wieder gesperrt werden. Nur mit hohem Personalaufwand und teilweise massivem Körpereinsatz war es der Polizei möglich, dort zu verhindern, daß es zu lebensbedrohlichen Situationen kam. Ungeachtet der Informationen, daß das Zelt derzeit gesperrt ist, drängten die einlaßbegehrenden Faschingsnarren unvermindert mit hohem Druck auf die vorne stehenden Personen. Hinzu kam eine aggressive Grundstimmung der auflaufenden Besucher, gepaart mit ignorantem Unverständnis für die Zeltsperrung. Zeitweise herrschte am Festzelt dabei so starker Andrang, daß bereits an der Hauptstraße eine Sperrung des Zuganges zum Festplatz durchgeführt werden mußte.

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