Wenn Angehörige nichts mehr zu sagen haben

Expertenrat: Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung – wer „schludert“ oder aufschiebt ist verloren!

Ein interessiertes Publikum konnte die CSU-Ortsvorisztende zum Vortrag begrüßen.

Ein interessiertes Publikum konnte die CSU-Ortsvorisztende zum Vortrag begrüßen.

Geisenhausen. Das Geisenhausener BRK-Seniorenheim war Schauplatz für einen Vortragsabend des CSU-Ortsverbandes zu den Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Überrascht waren die Veranstalter vom großen Interesse an diesem Thema. Es mußte eine zusätzliche Bestuhlung für die Cafeteria organisiert werden, in der es plötzlich ziemlich eng herging.

Erfreut über das große Interesse, zeigte sich die Ortsvorsitzende Manuela Wagenbauer bei ihrer Begrüßung. „Es gibt sicherlich positivere oder angenehmere Themen an einem Freitagabend, dennoch muß diesen Themen mehrAufmerksamkeit geschenkt werden, weil sich viele Betroffene erst dann damit auseinander setzen, wenn es schon viel zu spät ist!“ Um so schöner sei es, so Wagenbauer, daß die Veranstaltung so regen Zuspruch erfahre.

Der anschließende Vortrag von Martin Wagenbauer, CSU Mitglied aus Geisenhausen und Experte für Vorsorge und Versicherungen zeigte in Kooperation mit Simone Wackerbauer, Leiterin Betreuung, die Problematik in der Betreuung von Bewohnern auf, die keine frühzeitige Regelung getroffen haben. Aber auch die Konsequenzen für den Normalverbraucher, der keine Regelung im Falle einer plötzlich benötigten Vertretung getroffen hat, sind gravierend und nicht immer im Sinne des Betroffenen.

Auf die Frage wer entscheidet, wenn man aufgrund von Krankheit oder eines Unfalles plötzlich nicht mehr selbstständig in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen, waren viele Besucher der Meinung, daß hier automatisch ein Familienmitglied die Verantwortung übernimmt. Wagenbauer erklärte, daß dies ein weitverbreiteter Irrtum ist: „Ist keine Vorsorgevollmacht vorhanden, dürfen Sie aufgrund gesetzlicher Vorgaben weder Ihr Ehepartner noch andere Verwandte im Falle fehlender Geschäftsfähigkeit automatisch vertreten.“ Wer hier nicht im Vorfeld seinen Willen festgelegt hat, dem wird automatisch ein gesetzlicher Betreuer zugeteilt. Und dies wird im Notfall in der Regel eine fremde Person sein, die vom Betreuungsgericht festgelegt wird.

Das Buffet im BRK-Seniorenheim

Das Buffett: Ein „trockenes Thema“ genüßlich aufbereitet.

Die finanziellen und rechtlichen Auswirkungen für die Angehörigen überraschten die Zuhörer. „Vom Verlust der Kontovollmacht, der Entscheidung über gesundheitliche Maßnahmen und der Entscheidung, in welchem Heim oder Krankenhaus der Betroffene behandelt wird, sogar bis hin zum Brief- und Fernmeldegeheimnisses, werden sämtliche Entscheidungen fortan vom gerichtlich bestellten Betreuer getroffen.“ Die Ehefrau, die Kinder oder die Eltern haben keinen Einfluß auf die Entscheidungen des Betreuers. Der Betreuer ist zwar angehalten im Sinne des Betroffenen zu entscheiden, hat dabei aber freien Spielraum. Darüber hinaus agiert der gerichtlich bestellte Betreuer nicht ehrenamtlich und die nicht unerheblichen Kosten für den Betreuer gehen zu Lasten des Betroffenen. „Die Erstellung von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sorgt dafür, daß Sie sich und Ihre Angehörigen vor unnötigen Verfahren durch Betreuungsgerichte sowie vor finanziellen Verlusten schützen“ appellierte Wagenbauer.

In dem Vortrag wurden auch die praktischen Lösungen aufgezeigt. Experten empfehlen solche wichtigen Dokumente nicht durch die „Billiglösung“ mit einem Formular aus dem Internet zu erstellen. Auf der Suchmaschine Google befinden sich rund 40.000 kostenlose Vorlagen, davon sind viele bereits rechtlich veraltet und somit nicht mehr gültig. Besser ist es hier einen Dienstleister, Anwalt oder Notar aufzusuchen und sich individuell beraten zu lassen, schloß Martin Wagenbauer sein Referat.

Abschließend bedankte sich Manuela Wagenbauer bei den beiden Referenten für die Ausführungen. Das Seniorenheim hatte im Anschluß ein sehr üppiges und vielfältiges Buffet für die Teilnehmer arrangiert, das großen Zuspruch fand. Die CSU Geisenhausen bedankt sich nochmals beim Seniorenheim für die Möglichkeit, den Vortrag dort stattfinden zu lassen und für das tolle Buffet.

Fotos: CSU Geisenhausen
Dieser Beitrag wurde unter Aktuell abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.